Gladbeck unter'm Hakenkreuz

Verdrängte Jahre — Ein Blick in den Raum Gladbeck unter'm Hakenkreuz

Aus der Geschichte lernen heißt, sich der ganzen Geschichte kritisch zu stellen. Deshalb gehören Geschichte und Verbrechen des Nationalsozialismus in jedes moderne stadtgeschichtliche Museum.

Wie konnte es dazu kommen? Hat Hitler seine zahlreichen Anhänger über seine Ziele getäuscht? Wurde der Krieg systematisch durch die Militarisierung der Gesellschaft vorbereitet? Fragen, zu denen Sie im Museum Dokumente und Inszenierungen sehen können.

Dazu ein Beispiel: die kritische Darstellung des Führerkultes, der auch in Gladbeck zur alltäglichen Selbstdarstellung des Faschismus gehörte. Im Rathaus und an anderen herausragenden Stellen in der Stadt wurde eine Büste Adolf Hitlers zum allgegenwärtigen Standbild des Führers. Sie war gleichzeitig deutliches Zeichen für die Untertanenmentalität, auf deren Hintergrund der Führerkult erst richtig gedeihen konnte. Die Inszenierung im Museum nimmt diese geschichtliche Tatsache auf und bewertet sie: Das Hintergrundbild einer terroristischen Saalschlacht, provoziert durch die Gladbecker SA noch vor der Machtergreifung, gebrochen durch eine von Einschüssen zersplitterte Panzerglasscheibe, deuten unmissverständlich auf den diktatorisch-militaristischen Charakter des NS-Regimes hin.

Nebenbei bemerkt: die Büste wurde kurz vor Kriegsende neben dem Rathaus verscharrt. Erst 1963 wurde sie bei Erdarbeiten entdeckt und dem Museum zur erinnernden Mahnung übergeben.

Das Ergebnis des deutschen Faschismus war der Krieg. Er brachte unbeschreibliche Leiden für die Menschen in aller Welt. Kaum vorstellbar erscheint das Leben in den Städten des Ruhrgebietes. Bombenkrieg, Hunger, Entbehrungen, Kriegswirtschaft, Tod sind Stichworte, die das alltägliche Leben bestimmten. Dies in einem Museum genau darzustellen ist fast unmöglich, doch vielleicht können sich Ahnungen und Eindrücke festsetzen.

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