Ausstellung: »Sonst wird das Museum…— 25 Jahre Partnerschaft Gladbeck/Wandlitz

»Sonst wird das Museum…« – 25 Jahre Partnerschaft Gladbeck/Wandlitz

25 Jahre Partnerschaft Gladbeck/Wandlitz (2015)
kuratiert von Dr. Christine Schönebeck

Die Stadt Gladbeck und die Gemeinde Wandlitz feiern das 25-jährige Bestehen ihrer Freundschaft.
Sie begann unter dem Stichwort »Patenschaft« in den Wendezeiten 1989/1990.

Das Land Nordrhein-Westfalen übernahm Aufgaben im Bereich der Aufbauhilfe für das Land Brandenburg, der Kreis Recklinghausen wurde Pate für den Kreis Bernau. Im Rahmen dieser Aufbauhilfe ging es beispielsweise um die Vorbereitung der Behörden auf das Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990, als die Gehälter von Ost- auf Westmark umgestellt wurden und zum ersten Mal im Gebiet der früheren DDR Sozialhilfe ausgezahlt wurde.

Auf kommunaler Ebene wurde Gladbeck der Gemeinde Wandlitz zugeordnet.
Wandlitz hat sich das nicht ausgesucht, Gladbeck auch nicht. Aber aus der Patenschaft wurde eine Partnerschaft. In dieser Ausstellung erinnern sich Zeitzeugen aus Wandlitz und Gladbeck an die ersten Begegnungen, an ihre Eindrücke bei den ersten Besuchen im jeweils anderen Teil Deutschlands. Angehörige eines Volkes waren sich durch die Teilung fremd geworden, kannten den anderen Teil nur noch über Fernsehberichterstattungen. Nun nahm man die andere Seite in eigener Anschauung ganz anders wahr, und dadurch plötzlich auch sich selbst.
So entstanden Befangenheiten, doch ebenso entstand Staunen und ein pragmatisches Aufeinanderzugehen und Voneinanderlernen.

Zeitzeugen aus Ost und West erinnern sich in dieser Ausstellung an die Aufbruchstimmung der Wendezeiten, an den Elan beim Erproben von demokratischen Strukturen. Für viele war die Wende auch eine Wende im eigenen Lebenslauf.
Als die Mauer 1989 fiel, war die Unsicherheit groß: Zukunftsängste und -hoffnungen prägten den Alltag.

»Sonst wird das Museum...« – dieser Titel mahnt daran nicht zu vergessen, dass es eine Zweistaatlichkeit gegeben hat und dass der Einigungsprozess vorangeht, auch durch innerdeutsche Gemeindepatenschaften. Diese geben die Möglichkeit, aus eigener Anschauung und im Gespräch die jeweils andere Geschichte zu begreifen – und Fremdheit zu überwinden.